» Geschichte der Stadt » Vom II Weltkrieg bis heute
Die Stadt erlitt verhältnismäßig wenige Kriegschäden, doch wegen der Lahmlegung des Verkehrs, und des Material- und Arbeitskraftmangels begann die Produktion in den Betrieben nur sehr langsam.
1946 wurden die Mitglieder der SS, des Volksbundes und auch die Menschen ausgesiedelt, die sich 1941 als deutsche Muttersprachler oder als Deutsche bekannt haben. 1946 startete der Busverkehr der Stadt, und bis 1948 wurden einige dauerhafte und Notbrücken fertig gestellt. Bei der Wahl im Jahre 1947 (Sozialdemokratische Partei 33,3 %, Demokratische Volkspartei 27,9 %, Ungarische Kommunistenpartei 27,5 %, sonstige 11,3 %) war das Ergebnis ähnlich der Wahl von 1945 (Sozialdemokratische Partei 37 %, Unabhängige Partei der Kleinen Landwirte 30 %, Ungarische Kommunistenpartei 22 %, sonstige 11 %). 1948 und 1949 wurden die wirtschaftlichen Organisationen und die Bildungsstätte verstaatlicht. Die aufgelöste Akademie wurde 1954 neu organisiert.
1959 kam aus mehreren kleinen Wirtschaften das Lajta-Hanságer Staatsgut (Lajta-Hansági Állami Gazdaság) zustande. 1950 gelang das Museum in staatliche Verwaltung, 1951 öffnete die Stadtbibliothek ihre Pforten und ebenso mehrer Kulturräume. Am 26. Oktober 1956 wurden die vor die Grenzpostenkaserne der Staatsschutzbehörde marschierenden Demonstranten von zwei Geschützsalven und von Handgranaten empfangen. Die barbarische Vergeltung hatte mehr als fünfzig Tote und Dutzende Verletzte. Ab Ende Oktober marschierten zehntausend Flüchtlinge durch die Stadt in Richtung westliche Grenze.

In der eingeschüchterten und für schuldig erklärten Stadt begann das Leben nur wieder langsam. 1959 wurde der Ordnungsplan der Stadt angefertigt, der auf dem leeren Gebiet zwischen Moson und Magyaróvár die Errichtung eines neuen Stadtzentrums vorsah. 1957 wurde die landwirtschaftliche Akademie zum Universitätsinstitut erklärt, und die Schulungszeit wuchs auf 4 Jahre. 1969 wurde das Thermalbad mit zwei Sitzbecken eröffnet. In den Jahren zwischen 1960 und 1990 wurden vier neue Kindergärten, 2 Schulen, ein Postamt, ein Polizeiamt, ein Kulturzentrum, ein neues Gymnasium und eine Facharbeiterausbildungsschule gebaut, und auch die agrarwissenschaftliche Universität wurde erweitert. 1993 konnte das Museum das wunderschön renovierte Cselley Haus in Besitz nehmen. Boothause wurden am Ufer der Mosoner-Donau errichtet, die Sportvereine der Betriebe und der Universität hatten mehrere Fachsektionen, und ab 1969 nahm die Sportschule der Stadt ihre Tätigkeit auf.

Als Ergebnis der nach der Wende abgehaltenen Selbstverwaltungswahlen wählte der von der Fidesz Partei angeführte Gemeinderat István Plutzer zum Bürgermeister der Stadt. Binnen weniger Jahren erfolgte die Privatisierung der Betriebe, und der Tourismus der Stadt wuchs weiter an (Thermalbad, Einkauf, Dentalmedizin), als Folge dessen wurden zahlreiche Privatunternehmen gegründet. Zwei grundlegende Infrastrukturinvestitionen wurden verwirklicht: binnen 2 Jahren (1996-1997) wurde die Gasversorgung der Stadt ausgebaut, und die Erweiterung der Kanalisation ging schnell voran. Im Gymnasium Kossuth Lajos wurde eine zweisprachige Schulung von sechs Jahren eingeführt, und im einstigen Piaristengebäude wurde eine Piaristen Grundschule und ein Gymnasium eröffnet. Seit den Selbstverwaltungs-wahlen von 1994 ist die Ungarische Sozialpartei die stärkste Fraktion des Gemeinderates, und die Einwohner haben dreimal hintereinander (1994, 1998, 2002) Pál Stipkovits zum Bürgermeister der Stadt gewählt.
Ma 2010.09.02 Donnerstag
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