Verkehr
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadt werden durch ihre geographische Lage und durch die großregionale Beziehungen ermöglichenden Verkehrsstraßen bestimmt und beeinflusst. Ein Blick auf die Karte, und es fällt uns sofort auf, dass der einzige begehbare Weg zwischen der Donau und den Sümpfen des Wasens nur hier verlaufen konnte. An der Grenzlinie (Limes) entlang der Donau wurde die römische Militär- und Zivilsiedlung Ad Flexum gegründet – die dann jahrhundertelang seine bedeutenden strategischen und Handelsfunktionen bewahrte. Höchstwahrscheinlich wurde die Bevölkerung auch durch eine andere Route, die Bernsteinstraße beeinflusst, die das Baltikum mit dem Mittelmeerraum verband.
Im Mittelalter bewahrte die Stadt weiterhin ihren Status als Verkehrsader, und wurde nicht zufällig "Wieselburger Tor" genannt. Während der Geschichte wurden verschiedene Verkehrsformen - in Zusammenhang mit historischen Ereignissen oder technischen Entwicklungen - mal verstärkt oder verdrängt, aber heute kann es durch Fakten bestätigt werden, dass die Entwicklung der Stadt - oder eben Verfall von Stadtteilen - eindeutig auf die die Stadt durchquerenden Straßen zurückzuführen ist.
Schauen wir nun die einzelnen Verkehrsformen an!
Wasserverkehr
Der Mühlarm (Mosoni Duna) galt lange Zeit als bedeutender Wasserweg. Die aus dem Osten des Landes eintreffenden Getreide- und Viehtransporte, die in erster Linie von den Großhändlern aus Wien angekauft worden sind, wurden am Fluss bis Wieselburg auf Schiff geliefert, und von hier auf dem Land weitergeführt. Für den Stadtteil Wieselburg brachte diese Zeit regen Verkehr, zeitgemäße Dienstleistungen und nicht wenig Ertrag. An diese Zeit erinnert uns in Wieselburg das Gebäude vom sog. Futura (Getreidelager), dessen ehemalige Funktion auch im Zusammenhang mit dem Wassertransport stand - im Gegenteil zu den Fabrikgebäuden der Kühne AG. Die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Eisenbahn hat aber das Wassertransport immer mehr ausgedrängt, und nach einigen erfolgslosen Versuchen funktioniert der Mühlarm heute - als Transportweg - praktisch nicht mehr.
Die Flüsse in der Stadt und in der Umgebung dienten ab Anfang des 20. Jahrhunderts immer mehr Unterhaltungs- und Rekreationszwecken. Am Mühlarm wurden Strände, Bootshäuser errichtet, eine Fähre verband Ungarisch-Altenburg und Gahling (Máriakálnok), vom Wittmann Park bis an Gahling fuhren Mietboote. Nach einigen Jahren Rückfall sind die durch die Flüsse ermöglichten touristischen Angebote wieder aufgewertet. Es wird auch von unseren zukünftigen Aufgaben unterstützt. Das Stauwerk am Mühlarm im Wieselburger Stadteil wird so umgebaut, dass ein kontinuierlicher Kleinschiffverkehr ermöglicht wird, und es wird ein Utilisationsplan für die Flussstrecke in der Stadt erstellt. Zu den Zukunftsplänen zählt auch die Sanierung der Uferpromenade und der Umgebung der die Stadt an mehreren Stellen durchfließenden Laitha.
Wir müssen hier die Donauschiffart am Stauwerk an Donaukiliti und in der Gegend vom Szigetköz erwähnen, die zwar nicht auf dem Verwaltungsgebiet der Stadt liegen, aber deren Zustand und Zukunft wesentlichen Einfluss auf den Fremdenverkehr und Gästebewirtungsfähigkeit der Stadt ausübt. Experten und Organisationen in der Wasserwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz und im Fremdenverkehr tun sehr viel und haben viel getan für die Wiederherstellung und Heilung der verletzten Landschaft, eine endgültige Lösung kann aber nur durch gemeinsames Abkommen der Regierungen von Ungarn und der Slowakei erreicht werden.
Bei adäquater Abflussmenge kann der Touristenschiffverkehr vervielfacht werden, und dieser Donauraum kann dem internationalen Wassertourismus angeschlossen werden.
Eisenbahnverkehr
Hinsichtlich des Eisenbahnverkehrs hat Wieselburg-Ungarisch-Altenburg sehr gute Beschaffenheiten, da es an der Hauptbahnlinie Budapest-Straßsommerein (Hegyeshalom) liegt, die Teil des internationalen Eisenbahnnetzes ist. Das sanierte Stationsgebäude, die bedeckten Bahnsteige, Fußgängerunterführungen haben eine moderne und bequeme Bahnfahrt ermöglicht.
Wir können auch in Richtung Preßburg (Bratislava) und Wien fahren, aber die meisten internationalen Züge können wir nur in Raab (Gyõr) und Straßsommerein (Hegyeshalom) besteigen.
Die Eisenbahnstation hat die besten Konditionen, um Teil des kombinierten Gütertransportsystems zu werden. Die Realisierbarkeitsprüfung eines neuen RO-LA Terminals hat schon begonnen. Die wesentlichen Industriegebiete der Stadt sind direkt an das Eisenbahnnetz angeschlossen, dadurch wird der ziemlich starke Straßenfrachtverkehr entlastet.
Lokaler und Fernverkehr mit Autobussen
Die Entfernung zwischen den Stadtteilen Wieselburg und Ungarisch-Altenburg sowie die Anlegung der Eisenbahnstation im südlichen Stadtteil hat die erste Buslinie schon früh ins Leben gerufen, das bereits 1906 Reisende zum Zug transportiert hatte. (Der Nachfolge des damaligen Fuhrnternehmers ist heute ehrenvoller Befrachtungsunternehmer der Stadt.) Seit 1926 fuhren schon Linienbusse in die naheliegenden Ortschaften. Die Dörfer in Szigetköz sind auch heute noch – mangels Eisenbahnverkehr – durch den Autobusfernverkehr mit dem Regionszentrum verbunden.
Seit 1990 ist die Firma Kisalföld Volán Rt. in der Stadt und in der Umgebung für die Personenbeförderung zuständig. Innerhalb der Stadt verbinden 9 Buslinien die Stadtteile miteinander, sowie die bewohnten Orte mit den Industriegebieten. 2003 wurde die neue Endstation an der Királyhidai Straße – neben dem Einkaufszentrum TESCO – eröffnet, wo weitere Dienstleistungen den Reisenden zur Verfügung stehen.
Die Gemeinden um die Stadt sind mit direkten Autobussen zu erreichen, und obwohl die wachsende Zahl der Pkws für immer mehr Menschen privates Fahren ermöglicht, hat der Busfernverkehr nichts an Bedeutung verloren. Die Erreichbarkeit der Stadt wird durch die Linienbusse nach Budapest und in weitere 10 Städte Transdanubiens verbessert. Als Massenverkehr gelten schon die in erster Linie von österreichischen Unternehmern betriebenen täglichen Linienfahrten aus Burgenland und Wien.
Straßenverkehr
Die Charakterzüge des Straßennetzes von Wieselburg-Ungarisch-Altenburg werden von zwei Faktoren bestimmt. Einerseits die in die drei Hauptstädte – Budapest, Wien und Preßburg (Bratislava) – führenden Hauptstraßen – die schon Teil der transeuropaischen Verkehrskorridore bilden, andererseits die Verbindungsstraßen zwischen den einzelnen Stadtteilen. An diese internen Stadtstraßen sind die öffentlichen Straßen der Wohngebiete angeschlossen.
Die alte Linie der Wien-Budapest Hautpstraße liegt an der mittelalterlichen Weglinie (heute Landstraße 1), die nach Preßburg führende Hauptstraße verbindet gleichzeitig die nördlichen Gemeinden des Szigetköz mit der Stadt. 1996 wurde die letzte Strecke der zur Landesgrenze führenden Autobahn erbaut. Seit 2003 ist die Autobahnstrecke zwischen Wieselburg-Ungarisch-Altenburg und Straßsommerein mautfrei benutzbar. Das ist für die Stadt von großer Bedeutung, da der zunehmende Nord-Süd-Frachtverkehr, der an Rajka die Landesgrenze erreicht, und bei Wieselburg-Ungarisch-Altenburg an die nach Süden führenden Hauptstraßen 85-86 ankommt, somit heute die historische Innenstädte umfahren kann, dadurch wird die Umweltbelastung, die Luftverschmutzung und Lärmbelastung gemindert.
In der Stadt gibt es noch immer viele unbepflasterte Straßen. Nach 1990 begann ein bedeutendes Straßenentwicklungsprogramm, aber wegen Mangel an Abwasserkanälen konnten nicht alle Straßen festen Belag erhalten. 2002 begann der Ausbau des ganzen Kanalisationsnetzes in der Stadt – es wird 2005 beendet – danach können die Seitenstraßen schneller saniert werden. Neben dem Asphaltieren von 20 km Erdwegen hält die Stadtverwaltung auch die Wiederherstellung des schon vorhandenen Straßennetzes vor Augen.
Zu den Aufgaben der folgenden langfristigen Periode gehört die Durchführung des Industrieverkehrs direkt an die Hauptstraße 86 – durch Umbau des Fertõsor und Ausbau einer neuer Strecke -, und die Verbindung der internationalen Hauptverkehrsstraßen außerhalb der Stadt. Durch einen Außenring kann der Innenstadtverkehr weiter gemindert werden. Durch Bau vom fehlenden südlichen Autobahnknotenpunkt, durch die Weiterführung Richtung Gahling sowie durch Bau einer neuen Brücke am Mühlarm könnte der Verkehr im Szigetköz direkt an die Autobahn geleitet werden, der Ausbau der Richtung Halászi führenden Weg an neuer Linie würde die Innenstadt entlasten. Auch die Verkehrsordnung von den vier großen schon vorhandenen Knotenpunkte soll überprüft werden (z.B. Anschluss von Fõ utca – Sallai Imre utca, Umbau des Verkehrsknotenpunkts vor dem Krankenhaus). Nach Erbauen der Außenringe können die Verkehrsstraßen in der Innenstadt umbaut werden, Grünflächen, Parkierungsmöglichkeiten erweitert werden.
Wie überall auf der Welt, bedeutet Parkieren auch hier immer größeres Problem. In den verkehrsreichen Innenstädten ist heutzutage fast ausschließlich gebührenpflichtige Parkierung möglich, so werden bei Neuanlegungen die an die Investition gebundenen eigenen Parkplätze strengstens erfordert.
In der Stadt und in der Umgebung ist der Fahrradverkehr bedeutend, und in letzter Zeit nimmt auch der Radtourismus zu. Trotzdem ist das eigenständige Radstraßennetz nur noch gering, innerhalb der Stadt sind an den Hauptverkehrsknotenpunkten, an den Straßen Richtung Feriengebiet und Industriegelände Fahrradspuren angelegt. Im Interesse vom Radtourismus wäre auch das Anlegen von selbständigen Radwegen notwendig.
An den Straßen mit geringerem Verkehr helfen den Touristen Informationsschilder bei der Orientierung. Zwischen Wieselburg-Ungarisch-Altenburg und Halászi wurde 2002 der erste selbstständige Fahrradweg angelegt, und sein Verkehr bestätigt, dass solche Anlagen notwendig sind. Die Selbtverwaltung bewarb sich für Geldmittel – auch aus EU-Quellen -, mit denen Fahrradwege bis an die Grenze verwirklicht werden können, wodurch die Fahrradwege am Neusiedlersee mit denen an der Donau verbunden werden.
Die in- und ausländische Verkehrsteilnehmer werden durch die modernen Tankstellen der Stadt unterstützt, sowie durch das 2002 errichtete Informationsschildsystem, das einen über die öffentlichen Institutionen und Sehenswürdigkeiten informiert.
Die Stadt wird durch die Flughäfen in Wien und Preßburg leichter erreichbar, sowie durch den 2003 in Betrieb gestellten Verkehrshafen in Pér bei Raab. Am Zusammenfluß von Großer Donau und Mühlarm – in Gönyû – wird der Verkehrsflughafen ständig erweitert, und wir betreiben auch den Eintritt von neuen Kleinschiffen.